CD

Veröffentlicht am 21.09.2001 | von Michael Boldhaus

A. I. – Artificial Intelligence

A. I. – Artificial Intelligence Michael Boldhaus
Bewertung

A. I. — Artificial Intelligence • A. I. — Künstliche Intelligenz, der neue Film von Steven Spielberg (deutscher Kinostart am 13. September 2001) beruht auf einer Idee des verstorbenen Filmemachers Stanley Kubrick. Kubrick wurde von der von Brian Aldiss im Jahr 1969 verfassten Kurzgeschichte „Super-Toys Last All Summer Long“ inspiriert. Der Film wirkt durch den deutlichen Kubrik-Touch erheblich dunkler als frühere Produktionen Spielbergs. Die Geschichte des auf menschliche Gefühle programmierten Roboters David (im Film verkörpert von Haley Joel Osment, bekannt aus The Sixth Sense), der sich auf die Suche nach der blauen Fee aus dem Pinocchio-Märchen macht, erinnert thematisch ein wenig an Bicentennial Man • Der 200 Jahre Mann.

John Williams Musik zu A. I. gehört wohl kaum in die Kategorie Meisterwerk, ist aber auch nicht bloß ein blasses Spätwerk des Maestros. Der Komponist setzt auf ein groß besetztes Sinfonieorchester mit gemischtem Chor und gekonnt eingearbeiteten Synthesizer-Klängen. Wirklich neuartig und nicht williamstypisch sind die minimalistischen Einschübe z. B. in „The Mecha World“, und äußerst rar im Œuvre des Komponisten sind die hier mehrfach edel eingearbeiteten Vocalisen – sehr klangschön interpretiert von der Sopranistin Barbara Bonney. Speziell in den Chorpassagen klingen Teile des Scores vergleichbar modern wie Close Encounters of the third Kind – etwas, das es in einer Willliams-Filmmusik schon länger nicht mehr gab. Daneben findet sich auch ein wenig (dunkler) E.T.-Touch. (Verschiedene Szenen von A.I. erinnern denn auch stark an diese beiden Filme, wobei, in den besonders düsteren Momenten, auch Vorbilder wie Bladerunner in den Sinn kommen.) Für einen Spielberg-Film klingt die Musik dabei über weite Strecken herb und kühl.

Das lyrische Hauptthema „For Always“ mag, trotz Ohrwurmqualitäten, manch einem etwas zu sentimental klingen. Mit seiner recht einfachen Struktur gehört es wohl nicht zu den ganz starken Williams-Themen, erscheint mir jedoch als Sinnbild reiner kindlicher Mutter-Liebe nicht unpassend. In Track 8 erklingt es als Cello- und Piano-Solo über dezente Orchesterbegleitung gelegt, in Track 9 gar in Form einer schönen Vocalise. Sehr gelungen ist auch „Monica’s Theme“ (eine Variante von „For Always“), das ebenfalls in Form ansprechender Vocalisen erscheint (Track 8 und 11). Diese erzeugen bei mir kein Morricone-, sondern eher verstärkt (rein klanglich) ein Opern-Feeling.

Das Liebesthema „For Always“ erscheint auf der CD zusätzlich in zwei sehr annehmbaren Pop-Versionen: zum einen als Solo, gesungen von Lara Fabian (Track 5), zum anderen als — modernen Musicals nahestehendes — Duett von Lara Fabian und Josh Groban (Track 13).

Alles in allem eine klar zu empfehlende Williams-Filmmusik, die neben einem Schuss Ungewohntem auch länger nicht mehr gehörte, stärker modernistisch geprägte Passagen und gute thematische Arbeit bietet: Dies alles auf handwerklich tadellosem Niveau. Die CD hat einen Score-Anteil von rund 61 Minuten, wobei allerdings das Thema für den Androiden David fehlt, das im ersten Filmteil Bedeutung erlangt.

Titel: A. I. – Artificial Intelligence
Erschienen: 2001

Laufzeit: 70:31 Minuten

Medium: CD
Label: WEA
Kennung: 9362-48096-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Sampler

Veröffentlicht am 21.09.2001 | von Michael Boldhaus

The Radiant Voice of Barbara Bonney

Die in Deutschland bislang wohl primär bei Opernfreunden bekannte Sopranistin Barbara Bonney — 1956 in Montclair, New Jersey, geboren — unterzeichnete 1996 mit Decca einen Exklusivvertrag. Das vorliegende Album „The Radiant Voice of Barbara Bonney“ ist ein fast randvoller Schnupper-Sampler, der einen Querschnitt aus ihren bisherigen Decca-Aufnahmen präsentiert. Neben Auszügen aus Opern und sonstigen Vokalkompositionen bietet das Album der (in den USA besonders auf dem Gebiet des Kunstliedes engagierten) Sängerin eine Reihe entsprechender Beispiele. Von einem Lautenlied John Dowlands „Come again“ über Mozarts „Exsultate, jubilate“ und „Zauberflöte“, dem „Rosenkavalier“ von Strauss, Orffs „Carmina Burana“, Andrew Lloyd Webbers Requiem zu Liedern wie Bergs „Nachtigall“ und Previns „Vocalise“ reicht das recht breit gefächerte Programm. Es belegt die Bandbreite von Barbara Bonneys Können und legt klingendes Zeugnis ab vom schönen Klang ihrer eindrucksvollen Stimme. Wer durch die von ihr interpretierten Vocalisen im neuesten John Williams Score zu A. I. — Artificial Intelligence neugierig auf mehr geworden ist, der erhält hier weitere klingende Informationen zu der Künstlerin.

Titel: The Radiant Voice of Barbara Bonney
Erschienen: 2001,

Laufzeit: 75:52 Minuten

Medium: Sampler
Label: Decca
Kennung: 468 818-2

Komponist(en):

Schlagworte:


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