Special

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Klassische Britische Filmmusik – Folge 2

Vom Uhrmacher-Lehrling zum Klang-Zauberer: Der Komponist Benjamin Frankel

Benjamin Frankel wurde ein Jahr nach William Alwyn und Alan Rawsthorne 1906, als Sohn polnisch-jüdischer Immigranten in London geboren. Obwohl sich bei dem jungen Benjamin – ebenso bei seinen zwei Geschwistern – starke musikalische Begabung zeigte, wäre es den Eltern nicht in den Sinn gekommen, dass eines ihrer Kinder einmal eine musikalisch-künstlerische Laufbahn einschlagen würde. So wurden zwar die musikalische Neigungen der Kinder gefördert, aber Benjamin nach Abschluss der Grundschule im Alter von 14 Jahren zu einem Uhrmacher in die Lehre gegeben. Auf die besondere Begabung des jungen Frankel, der sich zuvor bereits für das Violinspiel begeistert hatte, wurde der amerikanische Klaviervirtuose Victor Benham aufmerksam. Er überzeugte davon auch die Eltern und nahm den Jungen für zwei Jahre kostenlos in die Lehre – wobei der begabte Schüler und sein Mentor die letzten 6 Monate dieser Zeit in Köln verbrachten.

Mit siebzehn Jahren kehrte Frankel aus dem von Inflation geschüttelten Deutschland nach London zurück und begann ein Studium an der Guildhall School of Music – dem Direktor dieser Institution widmete er 1942 seine charmante „Youth Music“. Er wirkte dort ab 1946 selbst als gefragter Lehrender. Tagsüber ging er seinen Studien nach, und nachts erarbeitete er das Geld hierfür, indem er in Nachtklubs als Geiger und Pianist in Jazz-Bands auftrat und nicht zuletzt indem er als Arrangeur arbeitete, unter anderem für das BBC-Tanzorchester von Henry Hall, unter dessen Leitung er auch als Geiger auftrat. Hieraus ergab sich ein Engagement im Londoner West End, wo er die musikalische Leitung in den Shows von Noel Coward und C. B. Cochrane übernahm.

1005Wie auch William Alwyn leistete Benjamin Frankel Pionierarbeit für den britischen Tonfilm und komponierte für Radio Parade of 1935 seine erste Filmmusik – wobei sinfonisches Talent hier weniger gefragt, ihm vielmehr sein Können als Arrangeur von Tanzmusik von Nutzen war. Insgesamt lieferte der Komponist die Musik zu über 100 Produktionen für Film, Theater und Fernsehen – interessanterweise entstand der Hauptteil dieser Tonschöpfungen (knapp 80 Partituren) in den Jahren 1944 bis 1958. Sicher waren es auch die günstigen finanziellen Aspekte, die den Komponisten bewogen haben dürften, der Arbeit für den Film soviel Raum einzuräumen und seine Ambitionen als „seriöser“ Komponist zurückzustellen. So entstanden in diesen Jahren neben einer Reihe von Kammermusiken nur wenige Werke für den Konzertsaal. Seine erste überzeugende sinfonische Filmmusik lieferte er 1945 für den Film The Seventh Veil • Der letzte Schleier, dessen Geschichte um das Verhältnis einer psychisch gestörten Pianistin (Ann Todd) zu ihrem schroffen Vormund (James Mason) von Trivialpsychologie und Kitsch geprägt ist. Der allerdings gut gespielte Film bietet Raum für klassische Musikeinlagen der Pianistin, aber auch für Frankels mit Gespür für dramatischen Effekt komponierte Musik. In dieser Zeit begann auch das, was in der Literatur als das „Golden Age“ des britischen Kinos bezeichnet wird. Im Zuge dieses Aufschwunges bekam auch Frankel zunehmend Aufträge Filme zu vertonen, wobei sich enge, zum Teil freundschaftliche Kontakte zu vielen Regisseuren und Produzenten entwickelten – der Komponist dürfte zudem der bestbezahlte britische Filmkomponist seiner Zeit gewesen sein.

Erste Anerkennung als seriöser Komponist erlangte er erst während der Kriegsjahre; besonders mit den Uraufführungen seiner ersten vier Streichquartette und weiteren Kammermusiken. Weiter gefiel auch eines seiner wenigen frühen Orchesterwerke die leichte Overtüre „May Day“. Mit dem 1951 entstandenen Violinkonzert – dem Andenken an die „sechs Millionen“ gewidmet – gelang dem stets überzeugt zu seiner jüdischen Herkunft stehenden Komponisten nicht nur ein persönlicher Kommentar des Holocaust und dazu der künstlerische Durchbruch, sondern überhaupt ein erstes sinfonisches Meisterwerk. Es ist auf den ersten Blick überraschend, dass Frankels bedeutendes sinfonisches Hauptwerk und seine einzige Oper sämtlich aus seinen letzten 15 Lebensjahren und damit aus der Zeit ab 1958 stammen.

Doch zunächst zurück zu seiner Laufbahn als Filmkomponist. In den Arbeiten für den Kinofilm zeigen sich alle Merkmale, die auch die seriösen Kompositionen auszeichnen. Dazu zählen eine erfindungsreiche, eingängige Melodik und eine intensive, chromatische Harmonik, die mit großem Sinn für Klangfarben einhergehen. Frankels Instrumentationen und kompositorische Arbeit sind immer durch große handwerkliche Meisterschaft und Feingefühl geprägt, was sowohl für die dramatischen als auch für die leichten Kompositionen gilt, die allesamt mit vergleichbarer Sorgfalt ausgeführt worden sind. Nach 1958 schuf der Komponist nur noch Musik für zehn Kinofilme neben einigen Fernsehmusiken – darunter auch die erste konsequent zwölftönig komponierte Horrorfilmmusik überhaupt zu Hammers Curse of the Werewolf • Der Fluch von Siniestro (1960).


CD

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Battle of the Bulge

Battle of the Bulge Michael Boldhaus
Bewertung

Die Musik zu Hollywoods aufwändig inszenierten 70-mm-Kriegs-Epos über die Panzerschlacht in den Ardennen Ende 1944, Battle of the Bulge • Die letzte Schlacht (1965), war seine letzte Arbeit für eine größere Filmproduktion. Das handlungsmäßig wenig überzeugende, optisch zum Teil aber eindrucksvolle Film-Opus mit Henry Fonda, Robert Ryan und Robert Shaw in den Hauptrollen ist heutzutage regelmäßiger Festtagsgast im Programm eines Privatsenders. Die seinerzeit erhältliche und in den achtziger Jahren in Japan wiederaufgelegte, LP (später auch als CD erschienen) enthielt schon respektabel ausgewählte rund 40 Minuten aus Benjamin Frankels meisterhafter Tonschöpfung – und war ein begehrtes Sammlerstück. Die knapp 80-minütige Version, auf dem, auf das Ausgraben von Raritäten spezialisierten cpo-Label pressfrisch veröffentlicht, bietet jetzt die (fast) vollständige Filmmusik in makelloser Interpretation und Aufnahmetechnik. Es fehlt allerdings, trotz des Cover-Vermerk „komplette Filmmusik“, in jedem Fall die allerdings repetitive und daher wenig bedeutende Pausenmusik. Die markante kleine Film-Ouvertüre findet sich dafür auf der CD an unerwarteter Stelle: als Track 11 „The Armaments Train“. Ein minutiöser Vergleich der Neueinspielung mit der Filmtonspur gestaltet sich nicht nur aufwändig, sondern wird auch dadurch erschwert, dass es unterschiedliche deutsche und englische Schnittfassungen des Filmes gibt – so ist z. B. in den meisten deutschen Kopien das SS-Massaker von Malmedy nicht enthalten. Auch liegen ganze Musik-Passagen im Film arg leise hinter den Dialogen und der übrigen für die damalige Zeit perfekten 6-Kanal-Magnet-Stereoton-Kulisse – und sind daher nur schwierig wahrnehm- und beurteilbar.

Ich halte cpos kleinen Etikettenschwindel zwar nicht für glücklich, aber doch für verzeihlich. Wie ein Schnelldurchgang der Videofassung zeigte, sind auf der Neueinspielung in jedem Fall alle wesentlichen Musikpassagen vertreten, und mit den präsentierten knapp 80 Minuten Programm ist man bei der Produktion eh an die Grenze des Machbaren für die CD gegangen. Schon der Musikschnitt der für ihre Zeit beachtlichen schwarzen Warner-Scheibe war sorgfältig ausgewählt und ist in der Wirkung auch heute noch beeindruckend. Jetzt bekommt der Hörer sogar fast das Doppelte geboten. Ein aus Vollständigkeitsfanatismus heraus motiviertes „Wühlen“ nach einigen eventuell ebenfalls noch fehlenden Musik-Partikeln halte ich daher für überzogen. Hier präsentiert sich meines Erachtens also trotz eines geringfügigen Patzers eine Spitzenproduktion, die sich kein Sammler sinfonischer Filmmusik entgehen lassen sollte. Frankels meisterhafte sinfonische Arbeit für diesen Film kann jetzt erstmals in ihrer vollen musikdramatischen Bedeutung gehört und gewürdigt werden. Seine Filmmusik erweist sich besonders beim eingehenderen Hören als faszinierende Klangschöpfung, die nachhaltig überzeugt und außerdem zu begeistern vermag: Hier war hörbar ein Könner am Werk. Die deutlich abseits der gewohnten Hollywood-Klangklischees angesiedelte Tonsprache ist teilweise komplex-modern und in den Kampfszenen von scharfen Dissonanzen geprägt, aber deswegen keinesfalls spröde und trocken. Die Unerbittlichkeit und Wucht der modernen Kriegsmaschinerie – hier symbolisiert durch die Panzerwaffe – spiegelt sich musikalisch in den motorisch-furiosen Rhythmen und in den martialisch-schroffen Bläsersätzen, denen zwischendurch poetisch und zart auskomponierte innige Passagen der Ruhe gegenübergestellt sind.

Titel: Battle of the Bulge
Erschienen: 2000

Laufzeit: 65:18 Minuten

Medium: CD
Label: cpo
Kennung: 999 696-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Klassik

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Music for Strings

Frankels Musik verschmilzt unter anderem das lyrisch-sanfte der Musik eines Frederik Delius mit der bei Béla Bartók und Igor Strawinskys häufiger anzutreffenden rhythmischen Wildheit zu einer eigenwilligen, charakteristischen Tonsprache. Bereits beim ersten Hören wirkt die Musik daher nicht bloß abstrakt und schwierig, sondern vielmehr überaus vital, kraftvoll, faszinierend farbig und dazu packend dramatisch. Der Erfindungsreichtum und die handwerkliche Vollendung im Umgang mit dem thematischen Material dieses großen Sinfonikers erschließen sich freilich erst bei eingehender Hör-Beschäftigung – wobei das Booklet ausgezeichnete Hilfestellung bietet. Ein Teil der hervorragenden Wirkung dieser Produktion geht aber zweifellos ebenso auf das Konto des Dirigenten Werner Andreas Albert und des sehr gut disponierten Queensland Symphony Orchestra Brisbane, die hörbar engagiert (der Originaleinspielung nahe) und ohne Dünkel bei der Sache gewesen sind – und erfreulicherweise auch eine (nur) „Filmmusik“ genauso ernst genommen haben, wie eine große Sinfonie. Die Tonqualität ist ebenfalls hervorragend und das sehr informative Booklet gibt (sogar in deutsch) detaillierte Informationen zur Musik und dem Komponisten.

Titel: Music for Strings
Erschienen: 1994

Laufzeit: 65:18 Minuten

Medium: CD (Klassik)
Label: cpo
Kennung: 999 221-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Klassik

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Violin Concerto

Wie schon erwähnt, komponierte der Brite bis in die zweite Hälfte der fünfziger Jahre überwiegend für den Film und hatte bis dahin außer Kammermusik nur wenige Werke für den Konzertsaal geschaffen. 1957 übersiedelte Frankel in die Schweiz, wo er sich zusammen mit seinem Freund und später treuem Anhänger Hans Keller mit „seriellen“ Kompositionstechniken auseinandersetzte. Hierbei handelt es sich um eine Ergänzung der von Arnold Schönberg entwickelten „Methode des Komponierens mit zwölf in Reihe aufeinanderfolgenden Tönen“, welche neue Ordnung ins drohende „atonale“ Chaos bringen sollte. Frankel entwickelte aus den Vorbildern seine persönliche, eigenwillige musikalische Lösung. In den dem Komponisten noch verbleibenden anderthalb Dekaden entstand nun das sinfonische Hauptwerk, bestehend aus dem Zyklus seiner acht Sinfonien, dem Bratschenkonzert, der Serenata Concertante und neben weiterer Kammermusik die bedeutende Oper „Marching Song“.

Schon in den Neunzigern hatte das rührige cpo-Label damit begonnen, einen vollständigen Sinfonien-Zyklus (ebenfalls mit dem Queensland Symphony Orchestra unter Werner Andreas Albert) neben einer Reihe von Kammermusiken aufzunehmen. Von den insgesamt acht Sinfonien Frankels liegen zur Zeit die ersten sechs auf 3 CDs vor – denen außerdem zwei reizvolle kleinere Orchesterwerke, die schon erwähnte „May Day Overture“ und die kleine humorvolle Tondichtung „Mephistopheles Serenade and Dance, a Caricature for Orchestra“ als Füller zugegeben sind. Der zweiten und dritten Sinfonie sind interessanterweise die vom Komponisten für die BBC-Rundfunk-Ausstrahlungen (Anfang der siebziger Jahre) selbst gesprochenen Einführungen vorangestellt. Je eine weitere CD-Veröffentlichung präsentiert die Konzerte (Violin Concerto, Viola Concerto und Serenata Concertante) sowie eine Sammlung kleinerer, aber keinesfalls unbedeutender Werke, „Music for Strings“, die vom Northwest Chamber Orchestra Seattle unter Alun Francis überzeugend aufgenommen worden ist. Damit liegen zur Zeit – ohne die Filmmusik Battle of the Bulge – 5 CDs mit Orchester-Kompositionen Benjamin Frankels vor. Sämtliche Aufnahmen lassen sowohl von der Interpretation als auch klangtechnisch keine Wünsche offen und sind außerdem mit informativen – auch deutschsprachigen – Booklets vorbildlich ausgestattet.

Titel: Violin Concerto
Erschienen: 1998

Laufzeit: 66:02 Minuten

Medium: CD (Klassik)
Label: cpo
Kennung: 999 422-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Klassik

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Symphonies 1, 5

Kurioserweise ist Benjamin Frankels Musik nach seinem Tod, obwohl bis dahin nicht zuletzt in Deutschland zunehmend gewürdigt und gepflegt, weitgehend in Vergessenheit geraten. Im Gegensatz zu anderen zum Teil weniger bedeutenden Komponisten hat ihn selbst die britische Plattenindustrie bis heute nahezu völlig vernachlässigt. Die Initiative des Osnabrücker Labels erhält so eine besondere Bedeutung und könnte Anlass für eine langsame Frankel-Renaissance werden. Langsam, da die meist gemäßigt-modern konzipierte Musik dem Hörer häufig zuerst ein kompliziertes Hörerlebnis bereitet. Hier bleibt aber anzumerken, dass selbst die seriell komponierten Schöpfungen wie die Sinfonien nie völlig abstrakt und trocken „mathematisch“ klingen. Der Hör-Eindruck, den seine dodekaphonen Klangschöpfungen machen, ist treffender mit „expressionistische Sinnlichkeit“, als mit dem Begriff „Atonalität“ zu beschreiben, der bei den meisten Hörern generell mit der Vorstellung einer nur „schräg“ klingenden Musik besetzt ist. Frankels Tonsprache bleibt immer aus dem melodischen Gedanken heraus empfunden und erdacht. Trotz angewandter Techniken der „Neuen Musik“ ist der Komponist immer Musikant geblieben – einer, der wie Richard Strauss, seinen Mozart stets sehr geliebt hat. Ein Mehr an Worten bringt an dieser Stelle kaum zusätzliche Information: Diese Musik muss man hören und sich auch einhören!

Die farbige und stimmungsvolle „May Day Overture“, die tonmalerisch-groteske „Mephistopheles Serenade and Dance, a Caricature for Orchestra“ und auch die überwiegend melodisch eingängige „Youth-Music“ für Streichorchester ermöglichen einen recht leichten Zugang in die „seriöse“ Klangwelt des Komponisten. Anschließend ist ein Einstieg in den Sinfonien-Zyklus über die fünfte Sinfonie besonders zu empfehlen, wobei der aufmerksame Hörer hier auch mancherlei Anklänge an die Filmmusik zu Battle of the Bulge heraushören kann. Wer bis hierhin gelangt ist, kann anschließend mit jedem beliebigen Werk tiefer in den ausdrucksvollen musikalischen Kosmos des Benjamin Frankels eintauchen: z. B. mit dem als intimes Holocaust-Denkmal fungierenden überwiegend von gespenstisch-atmosphärischer Dichte geprägten Violinkonzert; mit der dem Kölner Klavier-Trio Rostal-Cassado-Schneider gewidmeten Serenata Concertante, die eine Art Pendant zu Beethovens Tripelkonzert ist; oder auch mit einer der übrigen Sinfonien. Mich hat eines der kleineren Werke auf der CD „Music for Strings“ besonders beeindruckt, nämlich „The Aftermath“, Opus 17. Hier präsentiert sich ein expressiver Liederzyklus von atemberaubend-atmosphärischer Dichte, dessen düstere musikalische Seelenlandschaft, geprägt durch Einsamkeit und Verzweiflung, erst im letzten Lied lyrisch aufgehellt wird und damit Trost und Ruhe findet. Auf dieser CD finden sich auch die weitgehend eingängigen „Three Sketches for Strings“ und das interessante „Solemn Speech and Discussion“, in dessen Finale Frankel eine Phrase der „Internationalen“ verwoben hat – der Komponist war zwischen 1940 und 1952 Mitglied der kommunistischen Partei.

Titel: Symphonies 1, 5
Erschienen: 1994

Laufzeit: 53:24 Minuten

Medium: CD (Klassik)
Label: cpo
Kennung: 999 240-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Klassik

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Symphonies 2, 3

Der Kreativität des Tonschöpfers dieser großen Werke stand ein sich langsam, aber stetig verschlechternder Gesundheitszustand gegenüber. Benjamin Frankel kämpfte und verlor seine „letzte Schlacht“ am 12. Februar 1973 in einem Londoner Krankenhaus.

Fazit: Der zweite Artikel zum Thema „Klassische Britische Filmmusik“ widmet sich ganz Benjamin Frankel, der seit seinem Tod 1973 kaum noch gespielt worden ist und Gefahr lief, in Vergessenheit zu geraten. Der Name dürfte besonders den älteren Filmmusik-Freunden durch seine raffinierte und dramatisch-packende Filmmusik zum Ardennenschlacht-Epos Battle of the Bulge bekannt sein. Die jetzt in einer exemplarischen Neueinspielung des cpo-Labels annähernd vollständig vorliegende Klangschöpfung ist ein hochkarätiges Schmuckstück für jede gepflegte Kollektion sinfonischer Filmmusik.

Titel: Symphonies 2, 3
Erschienen: 1994

Laufzeit: 59:18 Minuten

Medium: CD (Klassik)
Label: cpo
Kennung: 999 241-2

Komponist(en):

Schlagworte:


Klassik

Veröffentlicht am 21.06.2000 | von Michael Boldhaus

Symphonies 4, 6

Mit vergleichbarer Sorgfalt und Intensität sind vom selben Label neben Kammermusiken auch das sinfonische Hauptwerk (die Konzerte und zur Zeit sechs von acht Sinfonien) nebst einigen kleineren Werken aufgenommen worden. Werner Andreas Albert und das Queensland Symphony Orchestra sind überzeugende Sachwalter der Musik Benjamin Frankels. Die vorliegende CD-Edition macht es daher möglich, einem der großen Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts zu begegnen, dessen musikalisches Engagement – vergleichbar mit Dimitri Schostakowitsch – ein überaus breites Spektrum verschiedener Stilrichtungen vorweist. Von Jazz- und Unterhaltungsmusik über Kammermusiken bis zur großangelegten Sinfonie und Oper ist hier vieles vertreten. Neben einer beachtlichen Zahl „seriöser“ Werke – vorwiegend aus den letzten 15 Lebensjahren des Komponisten – finden sich in seinem Werkkatalog auch über 100 musikalische Beiträge zu Tonfilmen. Hier liegt zweifellos mancher musikalischer Schatz begraben und harrt seiner Entdeckung. Nach einer persönlichen Information plant cpo (mittelfristig) weitere Einspielungen von Frankels Filmmusiken – man darf darauf gespannt sein.

Titel: Symphonies 4, 6
Erschienen: 1996

Laufzeit: 60:03 Minuten

Medium: CD (Klassik)
Label: cpo
Kennung: 999 242-2

Komponist(en):

Schlagworte:


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