CD Body Heat

Veröffentlicht am 30.08.1999 | von Michael Boldhaus

Body Heat

Body Heat Michael Boldhaus
Bewertung

Drei John-Barry-Filmkompositionen in Neueinspielungen des unermüdlichen Robert Townson auf dem Varèse-Label. Alle Kompositionen stammen zu Filmen aus den Achtzigern, von denen Sidney Pollacks Out of Africa sicher der erfolgreichste war. Der 1933 geborene John Barry, einer der profiliertesten britischen Filmkomponisten, ist eher der Unterhaltungsmusik verpflichtet denn der großen Sinfonik. Sein Klangidiom ist teilweise dem George Delerues recht ähnlich: üppiger Streicherteppich mit Harfe und obligatem Holz und oder Klavier, dazu eine sehr eingängige Melodik.

Barry ist ein wirklich sehr guter Melodiker und dazu auch sehr wohl in der Lage, Pop- Rock- sowie Jazzelemente gekonnt in seine Partituren zu integrieren. Gute Beispiele finden sich hier in den frühen Bond-Musiken wie Goldfinger, dessen Hauptthema in der Song-Version von Shirley Bassey seine Doppelfunktion, als kommerziell erfolgreicher Filmschlager und dazu noch gute Filmmusik, wirklich exzellent erfüllt hat. Das ist sicher auch ein Grund, warum Barry bei Produzenten recht beliebt ist. Viele Hörer, denen die Musik eines John Williams, Christopher Young oder Danny Elfman schnell zu komplex und oder einfach zu laut ist, können einen guten Barry durchaus genießen. Auch Leute, denen Filmmusik ansonsten eher gleichgültig ist, können sich in der Regel mit dieser Art von Musik anfreunden, da sich diese immer sehr ohrenfreundlich und wenig kompliziert gibt. Dies trifft auch auf die drei vorliegenden Kandidaten zu. Sehr eingängige, einschmeichelnde Melodik und weitgehende Harmonie erwarten den Hörer.

Body Heat • Heissblütig – Kaltblütig: Musik zu Sex and Crime, einem schwülen Thriller von Lawrence Kasdan. John Barry wählte hier einen jazzig-bluesigen Stil mit Saxophon, Klavier und Streicher-dominiertem Orchestersound, wie er ihn ähnlich schon in den sechziger Jahren gelegentlich verwendet hat. Das geheimnisvolle, träumerische Saxophonthema durchzieht die gesamte Musik und hat den Charakter eines, wenn auch schlichten, Leitmotivs. In Teilen der Musik gibt’s auch ein paar dezente Anklänge an Bernard Herrmanns Vertigo sowie einige sanfte Spannungsmomente. Barrys Musik zu Body Heat ist eine Art Vorläufer zu Basic Instinct von Goldsmith. Entfernt ähnelt die Musik in ihren Jazzanleihen auch Jerry Goldsmiths Komposition zu Russia House. Wie ein Filmmusik-Anbieter in seiner Liste zurecht schreibt: ein kraftvoll schweißtreibender Score.

Titel: Body Heat
Erschienen: 1998

Laufzeit: 38:35 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-5951

Komponist(en):

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CD

Veröffentlicht am 30.08.1999 | von Michael Boldhaus

Somewhere in Time

Somewhere in Time Michael Boldhaus
Bewertung

Somewhere in Time • Tödlicher Traum ist eine geheimnisvolle Lovestory mit Jane Seymour und Christopher Reeve (Superman). Das wirklich traumhafte Hauptthema entwickelte sich überraschenderweise erst im Zuge der Videoauswertung des Films zu einem Renner, sowohl für die damalige Platte, als auch für den, an der Kinokasse nicht allzu erfolgreichen, Film. Hier wirkt allerdings der bei Barry leider häufiger anzutreffende, etwas unbekümmert simple Umgang mit dem thematischen Material, resultierend in allzu häufigen Wiederholungen, doch ein wenig ermüdend. Daher die etwas niedrigere Bewertung. Hier gilt: ein wenig kürzen schadet nicht. Dann allerdings wirkt die Musik durchaus sehr schön und angenehm. Recht hübsch und passend wirkt das eingefügte, bekannteste Thema aus der Rhapsodie über ein Thema von Paganini von Rachmaninoff.

Titel: Somewhere in Time
Erschienen: 1998

Laufzeit: 42:27 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-5911

Komponist(en):

Schlagworte:


CD

Veröffentlicht am 30.08.1999 | von Michael Boldhaus

Out of Africa

Out of Africa Michael Boldhaus
Bewertung

Out of Africa: Diese Musik gehört zu den Kompositionen, für die John Barry ein Oscar verliehen wurde. Hier ist dem Komponisten durch die Verwendung von drei Hauptthemen auch ein relativ abwechslungsreicher Score gelungen. Das episch anmutende Hornthema des „Main Title“ ist ein wenig Vorläufer von Der mit dem Wolf tanzt. Deneben gibt’s viel träumerisch-lyrisches neben ein wenig pseudoafrikanischem Kolorit. Das Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert harmoniert hier, sogar vom Film gelöst, besonders gut mit Barrys Originalkompositionen und wirkt nicht als eigentlich überflüssiges Füllsel.

Fazit: alle drei Filmmusiken sind sicher keine großsinfonischen Kompositionen, geschweige denn Meisterwerke, aber eine sehr angenehme Untermalung für gewisse Stunden, z. B. ein Candlelight-Dinner oder einfach mal zum Entspannen, sind sie allemal. Als gehobene und geschmackvolle Unterhaltungs(-film-)musik hat daher jede dieser CDs durchaus ihre Berechtigung. Etwas sehr schlicht ist das Body Heat-Booklet, sparsam das zu Somewhere in Time und am informativsten sind die Texte zu Out of Africa. Die Einspielungen unter Joel McNeely/John Debney mit dem Royal Scottish National Orchestra/London Symphony Orchestra sind tadellos und klangtechnisch ebenfalls sehr überzeugend.

Titel: Out of Africa
Erschienen: 1997

Laufzeit: 39:39 Minuten

Medium: CD
Label: Varèse
Kennung: VSD-5816

Komponist(en):

Schlagworte:


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