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Fantasia (Special Collection) » James Algar, Wilfred Jackson, Hamilton Luske  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
DVD: Fantasia (Special Collection), 2002

Verleih: Buena Vista DVD

Regisseur: James Algar, Wilfred Jackson, Hamilton Luske

Bewertung:
6 von 6 Sternen
6 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen
3 von 6 Sternen

Zusatzinfos: USA 1940

Dornröschen (Special Collection) » Clyde Geronimi, Eric Larson, Wolfgang Reitherman  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
DVD: Dornröschen (Special Collection), 2002

Verleih: Buena Vista DVD

Regisseur: Clyde Geronimi, Eric Larson, Wolfgang Reitherman

Bewertung:
6 von 6 Sternen
6 von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen
6 von 6 Sternen

Zusatzinfos: USA 1959

Drei Caballeros (Special Collection) » Norman Ferguson  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
DVD: Drei Caballeros (Special Collection), 2002

Verleih: Buena Vista DVD

Regisseur: Norman Ferguson

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
5 von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen
3 von 6 Sternen

Zusatzinfos: USA 1944

Am 7. Februar 2002 startet Disney eine auf 12 Titel angelegte Sammelreihe (Special Edition) mit drei Filmen zum Thema Zauber und Magie: Fantasia (1940), Dornröschen (1959) und Drei Caballeros (1942).

Fantasia (Special Collection)

Wer über Qualität und Machart von Walt Disneys außergewöhnlichem Zeichentrickfilm, Fantasia (1940), einer rauschaft-sinnlichen Sinfonie der Farben und Formen begleitet von klassischer Musik, eingehendere Infos sucht, der wird im Fantasia-2000-Special fündig.

Die DVD-Präsentation lässt nur wenig Wünsche offen. Fast vollkommen makellos sauber, scharf und detailliert sowie in herrlichen Farben kommt das Bild daher. Der Stereo-Sound der über 60 Jahre alten Musikaufnahmen mit dem Philadelphia Orchestra unter Leopold Stokowski erklingt wie nie zuvor gehört: überraschend klar und verzerrungsfrei. Die DVD bietet eine deutsche und englische AC-3-Tonfassung: beide von vergleichbar guter Qualität und ausgestattet mit sanften Surround-Effekten der Musik.

Etwas schade, dass die ausführliche (rund 50-minütige) Dokumentation zur Herstellung von Fantasia – der Deluxe-Ausgabe der US-Laserdisc von 1991 beigegeben – nicht ebenfalls ihren Weg auf die DVD gefunden hat. Dafür ist jedoch ein weiterer (in der Doku nur in Form eines kurzen Ausschnitts zu sehender) Filmteil erstmals in voller Länge zu sehen. Ursprünglich war für Fantasia nämlich auch ein Segment zu Claude Debussys Clair de Lune geplant. Infolge der eh schon außergewöhnlichen Lauflänge von rund zwei Stunden kam dieser Teil jedoch nicht in die letzte Produktionsphase. Das Rohmaterial wurde erst 1942 als Kurzfilm fertiggestellt und blieb unveröffentlicht. In anders editierter Form ist es dann im Jahr 1946 in Make Mine Music verwendet worden. Die ursprüngliche für Fantasia vorgesehene Fassung konnte erst in den 90er Jahren rekonstruiert werden, nachdem eine Arbeitskopie der Erstversion aufgefunden worden ist. Insofern ist dieser rund 8-minütige Kurzfilm natürlich eine hochwillkommene und gewichtige Ergänzung der Edition.

Im Gegensatz zum praktisch makellosen Bild bei Fantasia weist das der Clair-de-Lune-Sequenz merkliche Bildschäden auf, in Form von kleinen weißen Blitzen. Dies vermag den insgesamt positiven Eindruck dieser wertvollen Zugabe zwar nur geringfügig zu beeinträchtigen, es ist allerdings schon etwas überraschend, dass diese Fehler nicht beseitigt worden sind.

Nun, insgesamt verbleibt für diese erste Fantasia-Edition auf DVD aber eine satte Empfehlung.

Dornröschen (Special Collection)

Die prächtige Disney-Film-Version des populären Dornröschen-Märchens kam nach rund sechsjähriger Produktion im Jahre 1959 in die Kinos – verarbeitet sind sowohl Elemente der französischen Märchenfassung von Charles Perrault als auch der hierzulande geläufigeren der Gebrüder Grimm. Die Highlights des Studios – beginnend mit Snow White and the Seven Dwarfs * Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) und in den Folgejahren über Fantasia (1940), Pinocchio (1940), Bambi (1942) bis hin zu Sleeping Beauty * [Dornröschen (auch unter dem Titel Dornröschen und der Prinz gezeigt, 1959) – zeichnen sich durch eine Kombination aus bewährten Disney-Standards in der Gestaltung der jeweiligen Charaktere und durch Vielfalt und Innovation in der zeichnerischen Ausführung aus.

Dornröschen brilliert durch die aufwändigen Entwürfe des Malers Eyvind Earl, der sich eingehend mit Architektur und Malerei des Mittelalters, der Gotik und der Renaissance auseinandersetzte und deren Einflüsse in seinem grafischen Stil raffiniert miteinander verschmolzen hat. Das Resultat sind stilisierte, modern wirkende Szenenhintergründe und Set Designs von markant-eigenwilligem Charme – zum Teil an mittelalterliche Gobelins sowie an naive Malerei erinnernd. Auch die Charaktere sind zeichnerisch deutlich von den berühmten Vorläufern Snow White and the Seven Dwarfs und Cinderella abgesetzt. Damit markiert diese Produktion zugleich eine deutliche stilistische Zäsur der Zeichentrick-Animation des Disney-Studios: weg von den sanften runden Formen der Vergangenheit, hin zu mehr kantigen und eckigen. In Folge zeigen die späteren Disney-Filme aber leider auch nicht mehr die beeindruckende Raumtiefe und quasi-Dreidimensionalität der genannten Meisterwerke, sondern bevorzugen für lange Zeit insgesamt eher flächige Sets und Hintergründe.

Als erster Zeichentrickfilm in Super-Technirama-70, also auf hochauflösendem 70-mm-Filmmaterial, zeigt Dornröschen unübertroffenen Reichtum und Detailvielfalt in seiner Gestaltung. Insgesamt erforderten die komplexen Arbeiten für diesen Film rund 6 Jahre. Daneben kommt auch die berühmte Multiplan-Technik – Infos hierzu im Fantasia-2000-Special – nochmals eindrucksvoll zum Einsatz und suggeriert dem Zuschauer faszinierende Raumtiefe. George Bruns arrangierte Teile von Peter Tschaikowskis Dornröschen-Ballett zu einer stimmigen musikalischen Begleitung. (Die Musik wurde übrigens in Berlin aufgenommen.)

Wer sich den Film eingehender anschaut, dem dürften einige Vorbilder zu Shrek deutlich werden: im von einem Wolkenwirbel gekrönten Schloss der schlafenden Prinzessin, in der Gestaltung des Drachens und im Sangeswettstreit der Prinzessin und der Vögel.

Dornröschen ist als 70-mm-Produktion eindeutig für entsprechend große (und breite) Kinoleinwände konzipiert; aber auch die erstklassige Video-DVD-Präsentation zeigt klar die hervorragende Qualität dieses Disney-Meisterwerks.

Das makellose Bild des in 1994 sorgfältig digital restaurierten Films (der Aufwand ist vergleichbar mit der 1993er Restauration von Schneewittchen und die sieben Zwerge – siehe dort) wird im originalen Seitenverhältnis präsentiert. Es erstrahlt gestochen scharf, detailliert und zeigt neben Top-Werten für die Kontraste auch exzellente Farben. Der AC3-Ton (in Deutsch und Englisch) kommt in einem sehr voll klingenden sauberen Stereo daher, wobei Effekte eher sparsam, aber dafür sehr stimmig eingesetzt sind.

Ein echtes Sahnehäubchen ist das üppige Bonusmaterial – erfreulicherweise fast vollständig von der Deluxe-US-Laser-Disc-Edition von 1996 übernommen und dazu konsequent deutsch untertitelt. Die erste DVD enthält neben dem Film ein sehr informatives Making of von rund 16 Minuten – für Kinder gibt’s außerdem zwei Spiele: Rettet Aurora und Mal-Studio.

Die zweite DVD bietet in Ergänzung zum Making of eine reichhaltige Fülle von Einblicken in die Produktion: z. B. Storyboards, Design, Musik, Layouts, Hintergründe und Restauration. Daneben sind die beiden im Premierenjahr in den US-Kinos als Vorprogramm gezeigten Kurzfilme, Die Peter-Tschaikowsky-Story und Grand Canyon (jeweils mit rund 30 Minuten Länge), vollständig, in guter Qualität enthalten – Dornröschen hat nur eine (Kino-)Lauflänge von rund 75 Minuten. Beim zweiten Film handelt es sich um eine optisch reizvolle Umsetzung der bekannten Grand-Canyon-Suite von Ferde Grofé – einem berühmten Beispiel für American-Light-Music – mit Hilfe eindrucksvoller Naturaufnahmen.

(Es soll ja immer noch Leute geben, denen die schwarzen Balken bei Breitwand-Präsentationen ein Dorn im Auge sind. Diese sollten sich den eindrucksvollen Vergleich Widescreen & Pan-and-Scan anschauen, um einen – hoffentlich – nachhaltig abschreckenden Eindruck von der Kastration bei Pan-and-Scan-Bildern zu erhalten.)

Seinerzeit wurde Dornröschen von der Kritik recht ungnädig behandelt und hat nicht einen vergleichbaren Bekanntheitsgrad wie z. B. Fantasia oder Bambi erreicht. Darum dürften manche – selbst der älteren Leser (der Schreiber dieses Textes eingeschlossen) – diesen prächtigen Film nicht im Kino erlebt haben. Ein Grund mehr, sich diese edle DVD-Produktion nicht entgehen zu lassen.


Drei Caballeros (Special Collection)

Nach dem Kriegseintritt der USA, im Dezember 1941, wandten sich die Filmstudios im Regierungsauftrag den vor der Haustür der USA liegenden lateinamerikanischen Staaten zu. Als Werbung für gute Beziehungen steuerte Disney auch die Drei Caballeros (1944) bei. Der Film gliedert sich in eine Rahmenhandlung und drei Episoden. Er bietet eine Mischung aus Realszenen und Zeichentrick: Aves Raras über Donalds Besuch in den Anden, Der kaltblütige Pinguin über einen Pinguin, den es in tropisch-warme Gefilde zieht und in Der fliegende Gauchito geht es um einen Jungen und seinen fliegenden Esel. Den Schluss bildet eine ausgelassene Samba-Party, die Donald mit seinen mexikanischen Freunden feiert – zeichentrick- und farbtechnisch ein Highlight. Drei Caballeros ist ein insgesamt kleinerer Film, der mit dem technischen Aufwand und der Raffinesse seiner großen Brüder nicht ernsthaft konkurrieren kann, aber dank einer Reihe kunstvoll inszenierter fotografischer Prozesse sehenswert und dazu auch recht unterhaltsam ist.

Die DVD-Präsentation des Films ist überzeugend geraten. Das Bild ist weitgehend störungsfrei, scharf und erreicht ebenfalls gute Werte für Kontrast, Detailliertheit und Farbe. Etwas überrascht hat mich der saubere, wirklich nett auf Stereo mit dezenten Surround-Effekten gemixte alte Mono-Ton – in Deutsch und Englisch. Als Zusatzmaterial gibt es noch zwei nette Disney-Zeichentrick-Kurzfilme mit Donald und Pluto.


© aller Logos und Abbildungen bei DISNEY PICTURES.

Michael Boldhaus | 04.02.2002
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